Werkstätten im Mängeltest
Bericht: Arbeiterkammer Steiermark
Autoservice schnell, kompetent und für alle Marken: Das versprechen Schnellservice-Werkstätten, aber auch freie Werkstätten, die sich an keine Fahrzeugmarken binden. Ein AK-Test im Raum Graz brachte so manches Gebrechen an den Tag – vor allem im Kundenumgang.
Acht gängige Automodelle, alle schon mehrere Jahre in Gebrauch, wurden bei diesem vom AK-Konsumentenschutz beim ARBÖ in Auftrag gegeben Test in acht Werkstätten im Großraum Graz gestellt. Aufgabe war, die laut Herstellerangabe notwendige Inspektion durchzuführen. Als Zusatzhürde wurden bei allen acht Fahrzeugen jeweils vier identische Fehler eingebaut: Absenkung des Luftdrucks eines Reifens auf 1 bar, Absenkung der Bremsflüssigkeit auf das Minimum, Einbau eines defekten Rücklichts, Einbau einer defekten Hupen-Sicherung. Das Service beim Umgang mit den Kunden notierte eine technisch nicht geschulte Frau.
„Der Tests zeigt sehr gute Arbeit und freundliches, kompetentes Service, andererseits auch äußerst mangelhafte Durchführung der Arbeiten und stark verbesserungswürdige Umgangsformen“, fasst AK-Experte Gerhard Löscher das Ergebnis zusammen. Zwei Schnellservicewerkstätten konnten beim Gesamtergebnis in der fünfstufigen Skala ein „Sehr gut“ erzielen (A.T.U., FASTBOX). Den schlechtesten Wert, nämlich „Mangelhaft“, erzielten drei freie Werkstätten (Mühlfellner, Autohaus Kanik, Bagola&Bichler).
Alle vier eingebauten Fehler wurden nur bei A.T.U. Autoteile Unger in Graz-Puntigam entdeckt, zwei weitere Werkstätten fanden zwar auch alle Fehler, konnten sie aber nicht zur Zufriedenheit beheben. Keinen einzigen Fehler entdeckte die Werkstatt Mühlfellner in Feldkirchen. Im Umgang mit den Kunden konnte keine Werkstatt die maximal mögliche Punktezahl erreichen. Am besten schnitt FASTBOX in der Grazer Kärntner Straße vor Midas am Eggenberger Gürtel ab. Schlusslicht im Kundenservice war die Werkstatt Bagola&Bichler in der Grazer Niesenbergergasse, die selbst auf Nachfrage keine Rechnung ausgestellt hat. Am häufigsten kritisiert wurden fehlende Auftragsbestätigungen (wichtig, falls unerwünschte Arbeiten durchgeführt wurden) und Kostenvoranschläge, in drei Fällen hielt der versprochene Fertigstellungstermin nicht.

